Zwei Tage voller Impulse, Praxisbeispiele und intensiver Gespräche rund um die digitale Zukunft der öffentlichen Verwaltung – die Merseburger Digitaltage vom 26. – 27. August boten auch in diesem Jahr eine spannende Plattform für den Austausch zwischen Kommunen, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Das DZZ-Team war vor Ort und nutzte die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen kennenzulernen und sich mit Praktikerinnen und Praktikern weiter zu vernetzen.
KI in der Verwaltung: Vom Zukunftsthema zur praktischen Anwendung
Bereits die Eröffnung der Merseburger Digitaltage machte deutlich, welche Themen die Verwaltungsdigitalisierung derzeit prägen. In den Impulsvorträgen und Podiumsdiskussionen standen unter anderem Smart-City-Konzepte, digitale Verwaltungsleistungen sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Fokus.
Besonders spannend war der Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Marcus Schmidt von der Hochschule Harz. In seinem Impuls machte er deutlich, dass Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst längst über die reine Erprobungsphase hinausgehe. Eine weltweite Befragung von 17.101 Beschäftigten aus 111 Ländern, durchgeführt unter Leitung der Universität Ljubljana, Fakultät für öffentliche Verwaltung, zeigt: Mehr als 80 Prozent der Befragten nutzen bereits KI-Anwendungen in ihrem Arbeitsalltag. Damit steht nicht mehr lediglich die Einführung von KI im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Frage, wie effektiv und zielgerichtet diese eingesetzt wird. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen außerdem, dass die Akzeptanz und Nutzungsintensität von KI stark von Faktoren wie dem digitalen Reifegrad einer Organisation, verfügbaren Budgets sowie der Unterstützung durch Führungskräfte abhängen.
Gemeinsam die digitale Zukunft gestalten
Auch der zweite Veranstaltungstag bot zahlreiche Anregungen rund um Digitalisierung und Verwaltung. Themen wie digitale Vorgangsbearbeitung, kommunale Webportale, Geodatenmanagement oder der Digitale Zwilling für die kommunale Wärmeplanung zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig die Digitalisierung kommunaler Verwaltungen inzwischen gedacht und umgesetzt wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technische Innovationen nur dann erfolgreich sind, wenn sie konsequent an den Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mitarbeitenden in den Verwaltungen ausgerichtet werden.
Neben den Fachvorträgen war vor allem der persönliche Austausch mit anderen ein großer Mehrwert der Veranstaltung. In den Pausen und Gesprächen ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung kennenzulernen.
Die Merseburger Digitaltage haben erneut gezeigt, wie dynamisch sich die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Praxisnahe Lösungsansätze, konkrete Anwendungsbeispiele und der offene Dialog zwischen Kommunen, Unternehmen und Wissenschaft machen die Veranstaltung zu einem wichtigen Treffpunkt für alle, die die digitale Zukunft der Verwaltung aktiv mitgestalten möchten. Wir bedanken uns bei den Veranstaltern für zwei informative und inspirierende Tage und freuen uns schon auf die nächsten Digitaltage. +++
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Fotos: V. Huster (DZZ) und Vincent Grätsch