Forschung & Bedarfsanalyse

Dem Strukturwandel in ländlichen, vom demografischen Wandel betroffenen
Regionen zu begegnen, ist eine besondere Herausforderung.

Der Ansatz des Vorhabens ist es, dem Strukturwandel vor Ort frühzeitig zu begegnen, d.h. bevor Arbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Ende der Braunkohleförderung weggefallen sind. Neue Potenziale für eine stabile regionale Entwicklung sollen erschlossen und eine Aufbruchsstimmung erzeugt werden

Das Digitalisierungszentrum (DZZ) wird daher Ankerpunkt für digitale Themen in der Region Zeitz.

Aber in welchen Bereichen soll die Digitalisierung in Zeitz in Zukunft eine herausgehobene Rolle spielen und welche Weiterbildungsangebote sollen angeboten werden? Diese Frage zu beantworten war Ziel der Bedarfs- und Erwartungsabfrage des DZZ im Herbst 2020.

Die drei Schwerpunktthemen, die sich dabei heraus kristallisierten sind: digitales Gesundheitswesen, digitale Geschäftsprozesse und Smart City Zeitz. Insbesondere zu diesen Inhalten verbindet das DZZ Entwicklungen, Möglichkeiten und Lösungen in und für Zeitz mit den Chancen und Vorteilen der Digitalisierung.

Im Projektverlauf und mit fortschreitender Vernetzung und Aktivitäten der Akteure im DZZ können diese Schwerpunkte angepasst und konkretisiert werden – dazu sind alle Zeitzer herzlich eingeladen.

 

Zusammenfassung der Bedarfs- und Erwartungsabfrage

Eine große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sieht die digitale Transformation als wichtig an, insbesondere die Transformation der operativen Geschäftsprozesse und die Qualifikation der Mitarbeiter stehen dabei im Vordergrund. Die Unternehmen sehen den betriebswirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung, neue digitale Geschäftsprozesse können jedoch nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn der Nutzen und die Kompetenzentwicklung der Beschäftigten hinsichtlich neuer digitaler Techniken zusammenkommen. Die größten Herausforderungen der Digitalisierung sind nicht nur technischer Natur, sondern müssen den Faktor Mensch berücksichtigen.

Fachkräftemangel und fehlende Nachwuchsbindung

Über alle Auswertungen zu Bedarfen und Hemmnissen der Digitalisierung hinweg zeigt sich, dass vor allem die Unsicherheit bezüglich rechtlicher Regelungen sowie der Schulungsbedarf der Beschäftigten zu digitalen Themen bzw. mangelnde Verfügbarkeit von Beschäftigten mit IT-Kenntnissen ein Hemmnis für eine weitere Digitalisierung sind.

Für die Akteure in Zeitz spielen die Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung generell, aber auch die fehlenden Weiterbildungsangebote für Beschäftigte zu digitalen Themen nochmal eine herausgehobene Rolle. Vorteile durch die Digitalisierung werden daher besonders bei den Themen Fachkräftesicherung und Nachwuchsbindung gesehen, ebenso wie durch eine infrastrukturelle Anbindung an die regionalen Oberzentren Halle und Leipzig.

Durch die Nutzung digitaler Technik möchten die Unternehmen einerseits ihre Attraktivität als Arbeitsgeber erhöhen, neue digitale Arbeitsprozesse und neue Arbeitszeitmodelle können aber auch genutzt werden, um den Fachkräftemangel abzumildern.

Ein wichtiger Treiber für die digitale Transformation in den Unternehmen ist auch hier – wie insgesamt in Deutschland und S-T – die Optimierung und Entwicklung neuer Geschäftsfelder, eine Kosten- und Zeitersparnis in den betrieblichen Abläufen, d.h. generell eine höhere Wertschöpfung in den Unternehmen und damit auch in der Region.

Digitalisierung & Demografische Entwicklung

Die Entwicklung der demographischen Indikatoren in Zeitz und Umland zeigt deutlich, dass Zeitz dem deutschlandweiten Trend einer alternden Bevölkerung voraus ist und auch in Zukunft keine Trendwende zu erwarten ist. Die Themen Daseinsvorsorge, Gesundheit und Pflege sind daher besonders relevant. Eine Digitalisierungsstrategie kann die Effekte des demografischen Wandels und damit einhergehend den zunehmenden Mangel an Fachkräften sowie die mangelnde medizinische Versorgung im ländlichen Raum natürlich nicht allein bewältigen, aber die vorhandenen Strategien und Konzepte zur Stadtentwicklung ergänzen und verstärken.

Ausblick – Smart City Zeitz

Durch die demographische Entwicklung in Zeitz und seinem Umland, also dem überdurchschnittlich hohen Altersdurchschnitt der Bevölkerung, sowie dem damit verbundenen Fachkräftemangel und steigenden Durchschnittskosten für Infrastruktur, Daseinsvorsorge sowie Mobilität ergeben sich zudem weitere Herausforderungen. Im Rahmen eines Smart-City-Ansatzes könnte diesen Herausforderungen – in Ergänzung zum integrierten Stadtentwicklungskonzept und dem Leitbild der Stadt – begegnet werden.

Download DZZ – Bedarfs- und Erwartungsabfrage


Möchten Sie noch an unserer 
Umfrage teilnehmen? Dann senden Sie die ausgefüllte Umfrage gerne an info@zeitz-digital.de

Die Bedarfsanalyse und die Begleitforschung während des Projekts wird von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) durchgeführt.