Eine wissenschaftliche Begleitforschung unterstützt das Modellvorhaben Digitalisierungszentrum Zeitz bei der effizienten und erfolgreichen Umsetzung des Projekts. Diese wird von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) durchgeführt. 


IST-Analyse:
Regionalökonomische Indikatoren für Zeitz und das Umland

Welche Stärken und Chancen kann die Stadt Zeitz und ihr Umland aktuell und zukünftig für eine positive Entwicklung nutzen? Und welchen Schwächen und Risiken gilt es – vor allem vor dem Hintergrund des derzeitigen Strukturwandels – entgegenzuwirken? 

Um diese Fragen besser beantworten zu können, hat ein Team der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig eine IST-Analyse für Zeitz und die umliegende Region durchgeführt. Die Analyse relevanter regionalökonomischer Indikatoren kann auf der Homepage des Digitalisierungszentrums Zeitz (DZZ) abgerufen werden und führte zu folgenden Ergebnissen: 

 

Zusammenfassung der IST-Analyse

Aktuell hat Zeitz z.B. eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung, ein relativ hohes Durchschnittsalter der Einwohner sowie eine verhältnismäßig gering ausgeprägte lokale Wissensbasis, d.h. kaum Zugang zu Wissenschaft und Forschung vor Ort. Hinzu kommt eine entsprechend geringe Wirtschaftskraft, fehlende Gewerbeanmeldungen und – das gilt vor allem für das Umland – unzureichend Anschluss an das schnelle Internet. Die Digitalbranche IKT (IKT = Informations- und Kommunikationstechnologie) entwickelte sich in den letzten Jahren kaum. 

Demgegenüber stehen aber auch positive Entwicklungen. Der Saldo der Zu- und Wegzüge ist mittlerweile nahezu ausgeglichen, es gibt gute Berufs- und Schulbildungsangebote und im Stadtbereich sowie den (meisten) Gewerbegebieten in und um Zeitz einen guten bis sehr guten Anschluss an das schnelle Internet. 

Das Gesundheits- und Sozialwesen ist deutlich als Wachstumsbranche auszumachen. Außerdem pendeln nahezu gleich viele Beschäftigte nach Zeitz ein wie aus, besonders die gute Anbindung an den Wirtschaftsraum Leipzig ist als Chance für Zeitz und sein Umland hervorzuheben. 

Die geplante und beschlossene neue S-Bahn-Verbindung Leipzig-Pegau-Zeitz-Gera dürfte vor diesem Hintergrund für die Stadt große Vorteile und möglicherweise eine deutliche Belebung mit sich bringen. Im Sinne des Leitsatzes „Stadt der Freiräume“ können auf diesem Wege Kreative und Gründer/innen den Leerstand der Stadt nutzen. Für diese Entwicklung ist auch die Nähe zu den umliegenden Hochschulen in Leipzig, Merseburg und Gera von Vorteil.

Zeitz sollte diese Stärken und Chancen auf dem Weg zur Stadt der Zukunft im Süden Sachsen-Anhalts nutzen. 

Das DZZ steht dabei mit vielfältigen Angeboten tatkräftig bereit, um die kommenden Herausforderungen und Umbrüche mit digitaler Unterstützung zu meistern, denn: „Ohne Digitalisierung kann man den Strukturwandel nicht denken“, wie Oberbürgermeister Christian Thieme bei der 11. Digitalisierungskonferenz im DZZ auf den Punkt brachte

Erwartungs- & Bedarfsanalyse

Dem Strukturwandel in ländlichen, vom demografischen Wandel betroffenen
Regionen zu begegnen, ist eine besondere Herausforderung.

Der Ansatz des Vorhabens ist es, dem Strukturwandel vor Ort frühzeitig zu begegnen, d.h. bevor Arbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Ende der Braunkohleförderung weggefallen sind. Neue Potenziale für eine stabile regionale Entwicklung sollen erschlossen und eine Aufbruchsstimmung erzeugt werden.

Das Digitalisierungszentrum (DZZ) wird daher Ankerpunkt für digitale Themen in der Region Zeitz.

Aber in welchen Bereichen soll die Digitalisierung in Zeitz in Zukunft eine herausgehobene Rolle spielen und welche Weiterbildungsangebote sollen angeboten werden? Diese Frage zu beantworten war Ziel der Bedarfs- und Erwartungsabfrage des DZZ im Herbst 2020.

Die drei Schwerpunktthemen, die sich dabei heraus kristallisierten sind: digitales Gesundheitswesen, digitale Geschäftsprozesse und Smart City Zeitz. Insbesondere zu diesen Inhalten verbindet das DZZ Entwicklungen, Möglichkeiten und Lösungen in und für Zeitz mit den Chancen und Vorteilen der Digitalisierung.

Im Projektverlauf und mit fortschreitender Vernetzung und Aktivitäten der Akteure im DZZ können diese Schwerpunkte angepasst und konkretisiert werden – dazu sind alle Zeitzer herzlich eingeladen.

 

Zusammenfassung der Bedarfs- und Erwartungsabfrage

Eine große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sieht die digitale Transformation als wichtig an, insbesondere die Transformation der operativen Geschäftsprozesse und die Qualifikation der Mitarbeiter stehen dabei im Vordergrund. Die Unternehmen sehen den betriebswirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung, neue digitale Geschäftsprozesse können jedoch nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn der Nutzen und die Kompetenzentwicklung der Beschäftigten hinsichtlich neuer digitaler Techniken zusammenkommen. Die größten Herausforderungen der Digitalisierung sind nicht nur technischer Natur, sondern müssen den Faktor Mensch berücksichtigen.

Fachkräftemangel und fehlende Nachwuchsbindung

Über alle Auswertungen zu Bedarfen und Hemmnissen der Digitalisierung hinweg zeigt sich, dass vor allem die Unsicherheit bezüglich rechtlicher Regelungen sowie der Schulungsbedarf der Beschäftigten zu digitalen Themen bzw. mangelnde Verfügbarkeit von Beschäftigten mit IT-Kenntnissen ein Hemmnis für eine weitere Digitalisierung sind.

Für die Akteure in Zeitz spielen die Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung generell, aber auch die fehlenden Weiterbildungsangebote für Beschäftigte zu digitalen Themen nochmal eine herausgehobene Rolle. Vorteile durch die Digitalisierung werden daher besonders bei den Themen Fachkräftesicherung und Nachwuchsbindung gesehen, ebenso wie durch eine infrastrukturelle Anbindung an die regionalen Oberzentren Halle und Leipzig.

Durch die Nutzung digitaler Technik möchten die Unternehmen einerseits ihre Attraktivität als Arbeitsgeber erhöhen, neue digitale Arbeitsprozesse und neue Arbeitszeitmodelle können aber auch genutzt werden, um den Fachkräftemangel abzumildern.

Ein wichtiger Treiber für die digitale Transformation in den Unternehmen ist auch hier – wie insgesamt in Deutschland und S-T – die Optimierung und Entwicklung neuer Geschäftsfelder, eine Kosten- und Zeitersparnis in den betrieblichen Abläufen, d.h. generell eine höhere Wertschöpfung in den Unternehmen und damit auch in der Region.

Digitalisierung & Demografische Entwicklung

Die Entwicklung der demographischen Indikatoren in Zeitz und Umland zeigt deutlich, dass Zeitz dem deutschlandweiten Trend einer alternden Bevölkerung voraus ist und auch in Zukunft keine Trendwende zu erwarten ist. Die Themen Daseinsvorsorge, Gesundheit und Pflege sind daher besonders relevant. Eine Digitalisierungsstrategie kann die Effekte des demografischen Wandels und damit einhergehend den zunehmenden Mangel an Fachkräften sowie die mangelnde medizinische Versorgung im ländlichen Raum natürlich nicht allein bewältigen, aber die vorhandenen Strategien und Konzepte zur Stadtentwicklung ergänzen und verstärken.

Ausblick – Smart City Zeitz

Durch die demographische Entwicklung in Zeitz und seinem Umland, also dem überdurchschnittlich hohen Altersdurchschnitt der Bevölkerung, sowie dem damit verbundenen Fachkräftemangel und steigenden Durchschnittskosten für Infrastruktur, Daseinsvorsorge sowie Mobilität ergeben sich zudem weitere Herausforderungen. Im Rahmen eines Smart-City-Ansatzes könnte diesen Herausforderungen – in Ergänzung zum integrierten Stadtentwicklungskonzept und dem Leitbild der Stadt – begegnet werden.

Download DZZ – Bedarfs- und Erwartungsabfrage


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